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Backpacken mit 3 Shirts und 2 Paar Hosen?

Ich würde mich selbst nicht als die typische Reisende/Backpackerin bezeichnen. Ich liebe Shoppen über alles, bin süchtig nach Schuhen und mein größter Traum wäre ein begehbares Schuhzimmer mit integrierter Beleuchtung in einer kleinen Altbauwohnung in München. Nein, wenn ich es mir aussuchen dürfte in einem Prinzessinenschloss. Das trifft es wohl eher. Mama's beste Freundin nennt mich auch gerne "Tussi". Zusammenfassend also ein echtes Mädchen. Trotzdem war mir nach meinem Ausbildungsbeginn als Immobilienkauffrau relativ schnell klar, dass ich mehr will. Nach dem Abitur bin ich nicht, wie viele andere, mehrere Monate oder sogar ein ganzes Jahr ins Ausland gegangen. Reisen mit Rucksack und dann auch so lang? Nichts für mich, dachte ich mir. Wie soll denn der Inhalt von zwei Kleiderschränken in einen Rucksack passen? Und das alles dann auch noch alleine?

Ich habe eine Ausbildung als Immobilienkauffrau angefangen. Die Entscheidung habe ich nie bereut und mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, trotzdem ist mir nach einiger Zeit aufgefallen, dass es mir nach mehr sehnt. Ich wollte nicht für den Rest meines Lebens in einem Büro sitzen, Tag ein Tag aus. Ich hatte den plötzlichen Drang neue Dinge zu endecken und neue Orte zu sehen. Ich wollte Städtereisen machen, eine Weltreise und ja - Backpacken. Ich habe mich immer gefragt wie Leute es hinbekommen aus Ihrem Rucksack zu leben, für mehrere Monate. Unvorstellbar für jemanden der sogar in den Türkei Urlaub 2 extra Paar Wuschelsocken und einen dicken Pullover mitnimmt weil es ja evtl. ziemlich, ziemlich kalt werden könnte. Zudem erzählen die Leute dann, dass sie nur 3 Shirts und 2 Hosen mitnehmen. "Mehr braucht man nicht - wenns is, kann mans ja waschen". Ernsthaft? Dann vielleicht doch lieber ein All-Inclusive Hotel.

Den plötzlichen Sinneswechsel kann ich mir bis jetzt auch noch nicht wirklich erklären. Viel Einfluss hatte bestimmt mein Freund auf mich. Der war nämlich schon gefühlt auf der ganzen Welt. Angefangen haben wir mit kleinerern "Reisen", wie zum Beispiel ein Wochenende nach Innsbruck oder eine Woche Skifahren in Österreich. Danach kamen dann aber langsam größere Reisen wie ein Städtetrip nach Dubai. Und irgendwann hats auch mich erwischt. Dieses Fernweh und die Sucht nach neuen Eindrücken. Reisen wurde eine Leidenschaft von mir und so hat es nicht lang gedauert bis das Thema Backpacken aufkam. Und ich Februar ging es dann für usn weit, weit weg. Und zwar nach Sri Lanka.

Für meinen Backpacking-Trip nach Sri Lanka musste ich also das erste mal meinen Rucksack richtig packen und was soll man sagen - ich habe mir schon Wochen vor der Reise Gedanken über meine Klamotten- und Schuhwahl gemacht. Langweilige Outfits wollte ich nicht mitnehmen und auf mein  Glätteisen verzichte ich im Leben nicht, also habe ich meinen Kleiderschrank durchprobiert um geeignete Outfits zusammenzustellen. Schwieriger als Gedacht! Ich war schließlich noch nie nur mit Rucksack unterwegs und hatte das Problem, dass in den Rucksack nur so viel rein durfte wie ich auch tragen konnte. Also nicht sonderlich viel.

Wenn ich ans Backpacken gedacht habe, hatte ich wirklich Angst, dass ich mich als "Fashion-Lover" eingeschränkt fühlen würde. Das mag jetzt oberflächlich klingen. Das heißt nicht, dass ich immer aufgestylt aus dem Haus gehen muss. Unter der Woche laufe ich meist ungeschminkt rum. Nur mit schöner Kleidung fühle ich mich einfach schöner, selbstbewusster und bin allgemein besser drauf. Und das möchte ich beim Reisen nicht missen wollen. An einem schönen Ort irgendwo auf der Welt will ich mich doch immer noch schön fühlen und wie "ich" aussehen. Viele sagen, dass es beim Backpacken egal ist was man an hat. Auf der einen Seite haben sie schon Recht, meine Designertasche würde ich jetzt auch nicht mitnehmen. Aber in diesem typischen "Hippie-Backpacker-Haremshosen" Outfit möchte ich auch nicht unbedingt wochenlang lang rumlaufen.


Beim Packen kam eine leichte Panik bei mir auf, und ich fragte mich, wie ich die 2 Wochen mit dem Rucksack nur schaffen sollte. Zuerst habe ich nach dem Motto gepackt: "Irgendwo passt doch immer noch was rein" und habe einfach so viele Sachen wie möglich in den Rucksack gestopft. Das führte dazu, dass ich den Rucksack keinen Millimeter hochheben konnte. Das beste was mir in dem Moment eingefallen ist: Erstmal Ruhe bewahren. Alle Kleidungsstücke die in Frage kamen, wurden aufs Bett gelegt und dann nach und nach aussortiert. Ich habe vorallem auf das Gewicht der einzelnen Kleidungsstücke geachtet. Zum Beispiel wurden die Jeansshorts daheim gelassen, dafür habe ich 3 Stoffshorts mitnehmen können. Mit der Methode konnte ich nicht nur die meisten meiner Lieblingskleidungsstücke mitnehmen sondern auch das Gewicht meines Rucksacks reduzieren. Am Ende hatte ich tragbare 12 Kilo auf dem Rücken und zu meinem Erstaunen weniger als mein Freund. Natürlich hatte ich auch ein paar Kleidungsstücke dabei, die ich bei der nächsten Reise daheim lassen würde. Damit meine ich aber nicht mein Glätteisen.

 

xx Chantel

 

PS: Hier gehts zu meinem Blogpost über meine Reise nach Sri Lanka ! Schau doch mal rein :) Wusstet ihr übrigens, dass es kabellose Glätteisen gibt?! Ich nicht! Das darf auf meiner nächsten Reise und auf meinem nächsten Festival nicht fehlen!!!