SRI LANKA - Alles über meine erste Reise mit Backpack (Teil I)

SRI LANKA - ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie dieses Land plötzlich auf meiner Top 10 Reise Liste stand. Mein Freund und ich haben uns entschieden, Mitte Februar für 2 Wochen nach Sri Lanka zu fliegen und dem schlechten Wetter in Deutschland zu entkommen (eigentlich haben wir gehofft, dass der Frühling beginnt wenn wir wiederkommen – konnte ja keiner wissen, dass es im April dann nochmal schneit :D). In den zwei Wochen wollten wir so viel vom Land sehen wie möglich. Mithilfe von Tipps von Freunden und Informationen aus dem Internet haben wir dann eine vorläufige Reiseroute erstellt, die so gut wie das ganze Land abgedeckte. Dazu muss man sagen, dass wir unterwegs die Route noch etwas angepasst haben. Man kann gar nicht glauben, dass ein Land, das in etwa so groß ist wie Bayern, so viele wunderschöne Orte besitzt. Neben endlos langen und nahezu menschenleeren Stränden und kulturellem Erbe, bietet einem das Land eine wunderschöne Landschaft, freundliche, kontaktfreudige Menschen und eine unfassbar leckere Küche. Für jeden Urlaubstypen ist hier etwas dabei. Tierliebhaber finden hier Elefanten, Flamingos, Wale und sogar Leoparden, Bergsteiger können sich im Hochland austoben und Strandurlauber an einem der traumhaften Strände die Füße hochlegen.

 

Wir entschieden uns in zwei Wochen alles durchzuprobieren uns haben uns deswegen vor der Reise eine straffe Route aufgestellt mit den Orten die wir besuchen wollten. Angefangen im Westen in der Haupstadt Colombo. Hier unsere komplette Reiseroute:

  • Colombo - Bentota
  • Bentota - Hikkaduwa - Galle
  • Galle - Mirissa
  • Mirissa - Tangalle
  • Tangalle - Ella
  • Ella - Kandy
  • Kandy - Adam's Peak
  • Adam's Peak - Nawalapitiya
  • Nawalapitiya
  • Nawalapitiya - Nilaveli
  • Nilaveli - Habarana
  • Habarana - Colombo
  • Colombo

Wie man auf der Karte erkennen kann, sind wir fast jeden Tag an einem anderen Ort gewesen. Und das ist genau das, was ich unter Reisen verstehe und so liebe. Jeden Tag neue Orte, jeden Tag neue Eindrücke. An dem einen Tag liegt man noch entspannt am Strand und am nächsten steht man auf dem bekanntesten Berg Sri Lankas. Ich verstehe die Leute schon, die an ihrem lang ersehnten Urlaub einfach nur entspannen wollen und sich dann zwei Wochen lang in einem All Inclusive Hotel verwöhnen lassen. Ich bin dafür nicht wirklich geschaffen. Egal wie weit weg, oder in welches Land ich fliege, ich möchte immer so viel wie möglich vom Land sehen und das Geld, das ich als Budget setze auch so gut wie es geht investieren. Selbst bei unserer Reise nach Mallorca haben wir uns direkt einen Mietwagen geholt, und sind durch das Land gefahren. Hauptsache unterwegs und neue Orte sehen. 

 

„Man reist ja schließlich nicht, um anzukommen, sondern um zu Reisen" (Goethe)

 


Unsere Ankunft – das erste mal in Asien

Wir sind da! Von meiner Heimatstadt München sind wir erstmal nach Muskat (Vereinigte Arabische Emirate) geflogen. Dort haben wir einen Tag verbracht und sind Abends weiter nach Sri Lanka geflogen, wo wir um 04:30 Uhr morgens in der Haupstadt Colombo gelandet sind. Komplett "gerädert" natürlich. Die Hauptstadt wollten wir erst am Schluss unserer Reise besichtigen, deshalb haben wir uns direkt in den nächsten Bus gesetzt, der uns in einer einstündigen Fahrt zum Zugbahnhof gefahren hat. Ich war noch nie in Asien unterwegs und als wir aus dem Bus ausgestiegen sind hatte ich an der Stelle tatsächlich den ersten Kulturschock meines Lebens. Die Häuser um einen rum waren total "heruntergekommen" (für westliche Verhältnisse), es war eng, jeder schaute dich mit neugierigen Blicken an und es roch etwas strenger als im behüteten München. Mein Freund, der schon gefühlt auf der ganzen Welt war und das alles nicht ganz so dramatisierte wie ich, versuchte mich zu beruhigen. Geschockt und leicht überfordert mit dem riesigen Rucksack haben wir uns durch die Menschenmassen zum Zug gedrückt.

Im Zug sah dann die Welt (in dem Fall Sri Lanka) schon wieder etwas besser aus. Uns wurden freundlicherweise zwei Plätze angeboten und die sind, wie uns später aufgefallen ist, in der 3. Klasse eigentlich immer besetzt. Auf der Fahrt konnten wir den Sonnenaufgang beobachten und das erste Mal haben wir etwas von Sri Lanka gesehen. Im Zug machten mir die neugierigen Blicke der Menschen um uns rum nur noch sehr wenig aus, viele lächelten uns sogar auch an.Im Gegensatz zu den Münchner S-Bahnen wo alle Leute in ihre Handys gucken und dich um 06:00 Uhr in der Früh sicherlich keiner angrinst, war das eine sehr schöne Abwechslung.

Als wir irgendwann während der Zugfahrt auf unsere Karte geschaut haben, ist uns aufgefallen, dass wir im falschen Zug saßen. Wir sind nämlich an unserem Ziel vorbeigefahren. Also: raus aus dem Zug und "schnell" umsteigen. Das kostete uns dann nochmal gut eine dreiviertel Stunde, in Sri Lanka fährt der Zug nicht zu geregelten Zeiten alle 10-20 Minuten sondern halt...irgendwann. Auf die Zugpläne konnten wir uns fast nie wirklich verlassen. TIPP: Wenn am Bahnsteig nur ein paar oder gar keine Menschen warten, kann man sich relativ sicher sein, dass in der nächsten halben Stunde kein Zug fährt. Die Locals wissen wie die Züge fahren und kommen erst pünktlich wenn der Züg einfährt. *genius*

Irgendwann sind wir tatsächlich angekommen. Erster Halt: Bentota. Für die ersten Paar Tage stand die Südküste auf dem Programm. Das einzige, was mich aber in dem Moment interessierte war dieses wunderschöne Bett in unserer ersten Unterkunft.

 


sri lanka - südküste

Die Südküste Sri Lanka's hat wunderschöne und vor allem viele, menschenleere Strände. Wir sind, angefangen in Bentota, von Ort zu Ort bis nach Tangalle gefahren. Das geht alles mit Zug, Tuk Tuk oder Bus. Der Bus erwies sich auf unserer Reise als billigstes Fortbewegungsmittel. Damit ihr ungefähr wisst wie viel eine Busfahrt dort kostet: für 6 Stunden Fahrt haben wir für die Tickets in etwa 5€ gezahlt - für 2 Personen!!!. Jeder Strand und jeder Ort den wir besucht haben, war auf seine ganz eigene Weise wunderschön und einzigartig.

In Bentota haben wir am ersten Tag unserer Reise eine Bootstour durch die anliegende Lagune gemacht. Von einem sehr netten Mann wurden wir dann 2 Stunden auf der Lagune rumgefahren. Wärend ich vergeblich zwischen den Ästen der riesigen Mangrovenbäume nach Tieren gesucht habe, hat uns unser "Guide" mit geschultem Blick ein Tier nach dem anderern gezeigt. Neben unzähligen wunderschönen Vögeln und Varanen, haben wir tatsächlich auch ein kleines Krokodil sehen können.

Von Bentota ging es weiter nach Galle. Ich habe das Städtchen so lange falsch ausgesprochen bis mir irgendwann erklärt wurde, dass man das nicht, wie von mir gedacht, wie das Körperorgan ausspricht sondern "Gawl". Und wieder was gelernt. Also: Gaaaawl ist eine ehemalige Kolonial Stadt mit schönem Fort und beeindruckenden Wallanlagen. Hier haben wir auch ein süßes kleines Restaurant mit schöner Dachterrasse mit Blick über die Dächer Galle's gefunden. Das Essen war hier, und allgemein überall in Sri Lanka total lecker und günstig.

Bentota


galle



In Mirissa waren die Strände schon deutlich voller als z.B. in Bentota. Vom Strand aus konnten wir den Surfern beim Wellenreiten zuschauen, Mirissa gehört nämlich zu den wichtigsten Surfdestinationen Sri Lankas. Ein bisschen weiter außerhalb vom Strand, sind wir eine kleine Straße hochgelaufen bis wir einen versteckten Aussichtpunkt gefunden haben, der eine atemberaubende Aussicht auf den ganzen Strand bot. Hier eine kleine Hütte? - Goals!

Den süßen Strand-Cabanas in Tangalle werde ich wohl ewig hinterher schwärmen. Wir haben uns an diesem Ort etwas mehr "Luxus" gegönnt  und uns für eine kleine voll ausgestattete Lehmhütte mit Himmelbeet direkt zwischen Strand und Lagune entschieden. Mit Luxus meine ich jetzt nicht, dass wir eine Menge Geld ausgegeben haben (ca. 40$ für zwei Personen). Für den Sri Lankanischen Standard war diese Unterkunft einfach luxuriöser als normal. Am Abend haben wir direkt am Strand mit Kerzen und toller Aussicht auf das Meer gegessen. Hier habe ich auch den wohl schönsten Sonnenuntergang meines Lebens gesehen.

Mirissa

Tangalle




Hochland - ella

Nach vielen Tagen im Süden ging es ins Landesinnere Sri Lankas und ins Hochland. Der erste Stop war Ella: Dieser Ort besteht eigentlich nur einer Haupstraße und den kleinen Häusschen außenrum. Mehr gibts hier nicht wirklich. Das Besondere hier ist die wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Berge. Unsere Unterkunft lag gefühlt direkt in einem dieser Berge wohin wir erstmal eine kleine Wanderung machen mussten um dort hin zu gelangen. Doch das hat sich gelohnt. Eine schönere Aussicht auf die Landschaft hier hätten wir gar nicht haben können. Das Highlight war das Frühstück, das uns auf unserem Balkon serviert wurde. Sonnenaufgang inklusive. 

Abends  haben wir uns in der Umgebung etwas umgeschaut. Ein Highlight in Ella ist die Nine Arche Bridge. Eine Eisenbahnbrücke mitten in den Bergen bestehend aus - Überraschung: 9 Bögen. Die wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ich weiß nicht ob wir ein Schild übersehen haben oder wir uns einfach etwas doof angestellt haben, aber wir haben sie nicht gefunden. Auf jeden Fall nicht diesen Aussichtspunkt. Jetzt gibt es also nur Bilder von der Weite. Passiert.



Zugfahrt - von ella nach kandy

Auf diese Zugfahrt habe ich mich schon lange vor Reisenantritt gefreut. Nicht nur weil ich auch unbedingt ein "Ich-lehne-mich-elegant-aus-dem-Fenster-und-schaue-verträumt-in-die-Weite-Bild" machen wollte, sondern tatsächlich auch wegen der Landschaft die man zu sehen bekommt. Die Zugfahrt dauert ca. 6 Sunden und führt durch das Hochland bis in die Stadt Kandy. Empfehlenswert ist es, sich die Zugtickets spätestens einen Tag im Voraus zu besorgen, da diese sehr schnell ausverkauft sind. Das geht zum Beispiel direkt am Bahnhof in Ella. Wir hatten Glück und konnten gerade noch 2 Tickets für die 2. Klasse kaufen. Wenn wir hier schonmal bei den Zugklassen sind: In Sri Lanka sind Züge aufgeteilt in Klassen von 1 bis 3 oder manchmal auch nur 2 bis 3. Die Unterschiede sind  immens groß. Für diese Zugreise würde ich die 2. oder 3. Klasse mit Reservierung empfehlen. Hier sind die Zugabteile nicht überfüllt und man kann sich frei im Gang bewegen. Außerdem sind die Türen und Fenster geöffnet, sodass man sich jeder Zeit rauslehnen und die schöne Landschaft bestaunen kann. Bei den Abteilen ohne Reservierung kann es schnell mal eng werden. Eine so lange Fahrt ist meiner Meinung nach angenehmer, wenn man Sitzplätze hat und nicht zwangsweise stehen muss. Die erste Klasse ist für die Spaßbremsen. Wer will denn bei so einer wunderschönen Reise in einem Zugabteil sitzen wo sich die Fenster und Türen nicht öffnen lassen und man in einem vollklimatisierten Abteil frieren muss? I don't know.

Die 6 Stunden Zugfahrt vergingen Dank der vielen Eindrücke unheimlich schnell. So viele Bilder haben wir wohl auf der ganzen Reise nicht gemacht wie an diesem Tag.

Kandy ist eine sehr schöne Stadt, im Zentrum der Insel und schon bei der Ankunft gibt es viel zu sehen. Die Straßen sind sehr belebt, ein Laden folgt dem nächsten. Wir haben uns zuerst den Zahntempel angeschaut, einer der Hauptattraktionen in Kandy. Da zu der Zeit unseres Besuchs eine große Feierlichkeit stattgefunden haben, sind wir nicht ins Innere gegangen und haben dafür in Ruhe die Tempelanlage erkundet. Ein weiteres Highlight ist die Buddah Statue die auf einem Berg in ca. 260 Meter Höhe steht. Oben angekommen kann man sich Kandy, den Zahntempel und denn Kandy Lake von oben anschauen. Auch hier sind viele Einheimische, die man bei Ihren Zeremonien beobachten kann. Natürlich gibt es in dieser Stadt noch so viel mehr zu sehen, wir hatten aber leider nur einen Tag Zeit sodass wir uns für die Hauptattraktionen entscheiden haben.

Kandy


Wenn ihr den 2. Teil meiner Sri Lanka Reise lesen wollt, gehts hier weiter. In dem Blogpost geht es um meinen wohl ersten und letzten Aufstieg zum Adam's Peak, die berühmten Teeplantagen, den Besuch der Elefanten im Nationalpark und die Haupstadt Colombo.

Wart ihr auch schon mal in Sri Lanka und wenn ja: wie hat es euch gefallen?  Haben euch die Strände auch so gut gefallen wie mir und habt ihr auch die tolle Zugreise von Ella nach Kandy gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare. :)

 

xx Chantel